Mexiko(3) mit dem „El Chepe“ in den Kupfercanyon

mit der TMC Ferry setzten wir mit „8 Std. Bootle fahren“ von der Baja aufˋs Festland von Mexiko über. Da wir erst um 23 Uhr ankamen, übernachteten wir noch im Zollgelände des Hafens von Topolombampo. Am nächsten Tag fuhren wir nach Los Mochis und besorgten uns zwei Bahntickets in der Argentur Flamingo im Hotel Anita für den „Chepe“ von La Fuerte nach Creel.

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Der Chepe verbindet Los Mochis mit Chihuahua auf einer Länge von 661 Kilometern und führt quer durch die Barranca del Cobre (die Kupferschlucht). Mit insgesamt 86 Tunneln, 37 Brücken, ja sogar über eine 360 Grad Kurve, wurden die Schienen um ein ganzes Tal verlegt und mit einem Höhenunterschied von 2.134 Metern verspricht diese Bahnfahrt was Besonderes. Der Kupfer- Canyon ist, laut Wikipedia, viermal größer als der Grand Canyon der USA.

Wir wollen aber nicht die gesamte Strecke, sondern nur von La Fuerte bis nach Creel, den laut Reiseführer interessantesten Teil mit enormen Ausblicken in die bis zu 1200 Meter tiefe Schlucht, fahren. Das reicht auch, denn mit einer einfachen Fahrt von fast 10 Stunden, also länger wie unser Flug von Mexiko-Stadt nach Frankfurt dauerte, ist dies dann auch genug als Bahnfahrt, zumal wir am nächsten Tag die selbe Strecke wieder zurück müssen.

In dieser Gegend wohnen und leben die Tarahumara- Indianer. Sie sind bekannt dafür „nicht zimperlich“ zu sein, wollen Ihre Tradition ohne Einflüsse von „Außen“ bewahren und bekämpfen eigentlich alles, was in Ihr Land vordringt.

Ursprünglich wollten wir die Schlucht mit dem Unimog befahren. Aber mehrere Berichte über die Gefährlichkeit dieser Strecke ließen uns umdenken. Beigetragen für dieses Umdenken haben sicherlich auch Uwe und Marita, denen wir vor ein paar Tagen noch begegnet sind. Diese erzählten uns von einem Schweizer Reisenden, der diese Strecke mit seinem MAN gefahren ist und dann, peng.., fand er seinen Kopf einfach auf dem Beifahrersitz wieder. Einfach weggeblasen. Auch werden zwei Deutsche seit geraumer Zeit in dieser Gegend vermisst.

Ich möchte meinen Kopf lieber auf dem Hals behalten, also dann doch lieber den Zug nehmen und mit den Einheimischen und anderen Reisenden diesen Abschnitt Mexikos besichtigen. Mit der Zugfahrt hat man ja schließlich auch ein staatliches Sicherheitsgefühl, zumal immer das mit Maschinenpistolen bewaffnete Militär mit an Bord ist. Sicher ist sicher.

Wir stellten also unser Fahrzeug am Hotel Bugambilias in La Fuerte ab. Dieses Hotel bietet auch für 180 Pesos die Nacht (bewachte?) Stellplätze an. Von dort nahmen wir ein Taxi für den nächsten Morgen um 7.30 Uhr zum Bahnhof von La Fuerte. Schon um diese Zeit ist es kaum auszuhalten mit der Hitze.

Die Fahrt selber ist interessant, immer stetig bergauf, es wird von Stunde zu Stunde kälter. O.k. Ich hatte lange Hosen im Rucksack, also angezogen genauso wie eine dünne Jacke die ich eingepackt hatte. Und dann auf einmal „Wintereinbruch“. Das kommt mit meinen Sandalen richtig gut. Es ist arschkalt geworden.

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Dann kam der Schnee hinzu. Die Tatsache, dass im Zug immer noch die Klimaanlage lief, stimmte mich auch nicht gerade fröhlicher. Total durchgefroren kamen wir, mit 3 Std. Verspätung, in Creel an. Jetzt brauch ich nur noch eins, ein Zimmer mit Heizung. Inge hatte da kleidungstechnisch besser vorgesorgt. Für mich aber, am Abend zuvor kämpfte ich noch mit einem grippalen Infekt, den ich mir im Flugzeug holte, war diese Kälte aufgrund meiner Kleiderordnung richtig übel.

Die Tarahumara- Indianer selbst wollen einerseits keine Fremden in ihr Land lassen, leben aber, mit den Souveniers wie geflochtene Körbe, verschiedene Essen und handgemachte Puppen, ganz gut von den Touristen. Passt irgendwie nicht zusammen.

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In Creel selbst bekamen wir erst im zweiten Anlauf und mit einer Beschwerde ein Zimmer mit Heizung. Die Heizung war dann nach 6 Stunden so warm, dass ich diese in der Nacht wieder abstellen musste. Creel selbst soll eigentlich ein Touristenort sein.Es sieht hier aber alles recht armselig aus.

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Am nächsten Tag war dann der Kälteeinbruch wie weggeblasen. Die Rückfahrt verzögerte sich erneut. Ein Gleis musste erst noch repariert werden bevor der Zug in den Bahnhof einfahren konnte. Das nehmen die Einheimischen aber ganz gelassen. Gitarre raus, Lied angestimmt, irgendwann kommt der Zug dann schon. Mit einer Stunde Verspätung ging es dann wieder zurück.

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Auf der Rückfahrt dann auf einmal ein riesen Schlag, der Zug stoppte abrupt. Ich ging zwischen zwei Waggons und dort an ein offenes Fenster um zu sehen was geschehen war. Das Militär brachte sich, wahnsinnig schnell, außerhalb des Zuges mit Maschinenpistolen im Anschlag in Stellung. Auf den Gleisen lagen einige schwere Steinbrocken. Die Tarahumara versuchten anscheinend den Zug zum Entgleisen zu bringen, aber erfolglos. Nach 20 Minuten ging es dann, nachdem die zwei Lokführer mit Helfer die Steine entfernen konnten, problemlos weiter bis nach El Fuerte.

In La Fuerte wurde mir geholfen, und zwar von den zwei Jungs da unten. Mein Transformator, der unseren Strom von 110 Volt in 240 Volt wandelt, hatte sich verabschiedet. Eine Glassicherung hat sich mit dem Gehäuse so vereint, dass hier das Bordwerkzeug nicht mehr half. Die zwei haben aus 2 Nägeln und einem Holzstück eine „extrem lange Zange“ gebastelt. Mit dieser konnte die zerbrochene Glassicherung und vor allem das Metall- Endstück dieser Sicherung, wieder entfernt werden. Kostenpunkt: 1 Euro.

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Eine Antwort auf Mexiko(3) mit dem „El Chepe“ in den Kupfercanyon

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