Mexiko(4) Ich habe eine neue Freundin. Ihr Name: Topes

Topes ist in Mexiko bekannt wie ein bunter Hund. Jeder kennt Sie und niemand kann Sie leiden. Aber auf mich wirkt Sie richtig „anziehend“. Und auch Sie muss mich mögen, so oft wie Sie mir hier in Mexiko über den Weg läuft?

Topes ist hübsch anzusehen. Mit einem gelb-schwarzem Top verdeckt sie ihre Rundungen und dadurch erkennt man sie gleich. Ihre gelb-schwarzen Erhebungen wechseln oft… von richtig groß bis ganz klein. So etwas habe ich bisher nur in Mexiko gesehen.

Manchmal ist Sie aber auch nackig. Dann werde ich ganz nervös und dann haut es mir meistens das Fahrgestell zusammen wenn ich zu schnell in Ihrer Nähe auftauche.

Meistens kündigt sich Topes an bevor Sie kommt. Das ist gut so, denn dann kann ich sie richtig nehmen.

Manchmal kündigt sie aber „nicht“ an dass Sie kommt. Das ist schlecht, denn dann komme ich immer „schlagartig“ zum Höhepunkt, ohne mich vorher darauf einstellen zu können.

Und ganz fies von ihr ist, wenn sie ankündigt zu kommen und dann gar nicht kommt. Da pass ich dann immer auf wie ein Schlosshund und es passiert einfach nichts, kein Höhepunkt, kein Durchrütteln, einfach nichts.

Ab und zu kommt sie gleich 4, 5 oder gar 6 mal hintereinander. Junge dann geht vielleicht die Post ab. Dann denke ich immer an meine Jugend und die früheren Zeiten.

In manchen Gegenden verkleidet sie Ihre Kurven auch nur mit Sand. Oder ihre Erhebungen werden nur durch ein starkes Seemanns- Tau bedeckt. Das lässt mich dann aber meistens kalt. Da steh ich nun gar nicht drauf und gebe einfach Vollgas.

Topes, der Name ist in Mexiko in aller Munde. In Deutschland kommt sie eher unweiblich daher. Dort wird sie nur Fahrbahnhöcker oder Beruhigungsschwelle genannt. Da klingt doch Topes viel schöner. Ach, wie liebe ich meine Topes.

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Jetzt ist aber Schluss mit dem Scheiß. Wir werden wieder ernst.

Mit einer Übernachtung auf dem Campground Celestino RV Resort in „Celestino Gasca“ erreichen wir Mazatlan. Hier besichtigen wir die hübsche Altstadt.

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Uns hat diese Stadt sehr gut gefallen. Ein riesiger Strand und tolle Kolonialbauten schmücken dieses Städchen.

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Weiter geht es an der Golfküste entlang nach San Blas. San Blas ist nichts Besonderes. Halt doch, wir müssen hier übernachten, so dachte ich mir, denn San Blas ist, laut Reiseführer, die mosikoverseuchteste Stadt der Welt. O.K., der Reiseführer hat recht, wir hauen ganz früh am morgen wieder ab und wissen jetzt auch, warum wir die einzigen sind auf diesem mit Kokospalmen bestücktem schön angelegten Trailer und RV Park.

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Die Weiterfahrt bringt uns, mit einem kleinen Abstecher nach Sayulito, nach Puorto Vallarta. Eine größere Stadt wo die Reichen wohnen und hier verfransen wir uns in der Innenstadt gewaltig. Der Ausweg auf „vernünftige“ Straßen ähnelt dann schon eher einer Fussgängerzone, aber irgendwie geht`s ja immer, wenn auch die Höhe des Fahrzeugs das größte Problem darstellt. An diesem Tag, es ist der 13. des Monats März, werden wir insgesamt 3 mal von Polizisten angehalten und alle wollen mir ein Ticket ausstellen.

Der erste zeigt mir ganz stolz seine Radarpistole aus den 60- er Jahren. Darauf steht 78 km/h. So hat er mich gemessen auf einer 70- er Straße. Kann nicht sein, mein Unimog läuft doch nur 70 km/h. (grins) Seine Messung stimmt meinte er mit forschem Ton, und zum Beweis blitzen wir gemeinsam 3-4 andere Fahrzeuge. O.k., lieber Polizist, deine Radarpistole stimmt, aber ich bin Cousin von Michael Schumacher, muss schnell fahren, sonst lachen mich in Deutschland alle aus. Lachen, kichern, du Deutscher gut mit Ausrede, deswegen kein Strafzettel.

Der zweite Sheriff meinte ich bin über eine Brücke gefahren und LKW dürfen nicht über eine Brücke fahren wenn es darunter eine weitere Straße gibt. Zu gefährlich, wegen Wind. Das Verkehrsschild dafür gibt es in Europa nicht. Diese Ausrede hat auch geholfen, auch hier wurde das Ticket wieder vernichtet. Das dritte Anhalten durch zwei Polizisten war dagegen ganz schön hartnäckig. Ich sei anstatt 40km/h stolze 46 km/h gefahren, also sofort wurde der Strafzettel ausgestellt. Mit einer Einladung auf ein Bier im direkt daneben stehenden Restaurant „Le Cliff“ konnte ich aber nach 15 Minuten Diskussion auch diesen Strafzettel vermeiden. Letztendlich sind die zwei Polizisten aber dann doch nicht in dieses vornehme Restaurant mitgegangen. Das war ihnen dann doch zu exklusiv. Für mich war der Tag aber gelaufen, wir übernachten, nach Rücksprache mit dem Hotelpersonal, auf dessen Parkplatz und essen bestens zu Abend. Wir sind dort hinein und haben erst nachher erfahren das diese Lokalität eigentlich nur was für VIP`s ist. Welcher Promi hier schon gegessen hat lässt sich auf der Webseite unter „Celebrities in Le Cliff“ des Restaurants nachlesen. (lecliff.com) Von Robin Williams bis Emilio Gonzalez Marquez hat hier schon alles gegessen. Da bin ich mit meinen Schlappern richtig aufgefallen und jetzt weis ich auch warum die Bedienungen mich so angeschaut hatten weil ich kein Glas für mein Bier wollte. Neben der Aussicht auf Pelikane war auch die Livemusik hier echt Klasse.

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Über San Particio und Melaque ging es dann zur nächsten Übernachtung an den Boca- Beach Camping mit vielen Kokusnuss- Palmen.

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Von hier aus durch eine tolle Landschaft des Staates Jalisco nach Manzanillo und Tecoman und Colima zum noch aktiven Vulkan de Fuego, der das letzte mal 2003 ausgebrochen ist.

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Vorbei an herrlich blühenden lila Bäumen fahren wir zur Laguna de Chapata und dort auf den Roco Azul Camping.

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Dieser Camping liegt mitten in einer riesigen Sport und Freizeitanlage mit Freibad. Es ist verlängertes Wochenende und dementsprechend viele Mexikaner tummeln sich auf diesem Areal. Wir stellen unseren Unimog aber nicht, wie vom Campingplatzbesitzer vorgeschlagen, zwischen die Amis und Kanadier, sondern mitten rein in den mexikanischen Trubel am anderen Ende des Platzes, denn so lernen wir die Mentalität der Menschen und des Landes am besten kennen.

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Unsere nächste Übernachtung ist in Patzcuaro auf einem mitten in der Stadt liegenden Trailerpark. Wir kommen aber erst bei Dunkelheit dort an, ein Straßenfest in Trinidare bringt unseren Zeitplan durcheinander. Mehr als 1 Stunde benötigen wir für die Ortsdurchfahrt. Der Grund: ein riesiges Straßenfest mit unglaublichen Menschenmassen die links und rechts der Straße feiern.

Wir sind mittlerweile, laut auswärtigem Amt, in einem der gefährlichen Staaten Mexicos, in Michoacan unterwegs und empfinden dies aber nicht so. Für uns ist es hier eher schöner und aufgeräumter als in anderen Staaten Mexikos und auch die Landschaft ist sehr schön.

Am nächsten Morgen besuchen wir den deutschen Besitzer des Familienrestaurants Ambiente Familiar Freistaat Bayern und essen dort auch „Haxen“ zum Mittag. Die Speisekarte ist richtig deutsch und das scheint auch den Mexikanern zu schmecken. Die Größe der Anlage mit Fischteichen, Spielplatz, Schwänen und sonstigen Tieren ist für Großstädter wie gemacht. Nach, oder auch vor dem Essen kann man hier auch seine Forelle im Teich des Restaurants selber angeln. Wir unterhalten uns mit dem „Patrone“ Rolf mehr als zwei Stunden und lernen viel über dieses Land, das Auswandern und den Erfolg seines Unternehmens, das er mittlerweile an seinen Sohn weitergegeben hat, kennen.

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Von dort fahren wir ein neues Ziel an. Auf über 3.000 Meter Höhe übernachten wir und wollen dort Schmetterlinge beobachten, aber dazu mehr im nächsten Bericht.

 

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