Mexiko(6) mexikanischer Frühling…. und dann ging mal wieder nichts mehr

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Zugegeben, aufgrund unseres Heimaturlaubes sind wir etwas spät dran. Andere, die auf der Panamericana von Nord nach Süd unterwegs sind, verweilen schon längst in Zentralamerika. Aber die verpassen auch was. Wir erleben in den Hochebenen von Mexiko einen traumhaft schönen Frühling. Nicht alle Blumen und Pflanzen kennen wir namentlich, aber auf alle Fälle sind diese schön bunt im März und April.

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Und verhungern tun wir in Mexiko sicherlich auch nicht. Nicht alles ist unser Geschmack. Z.Bsp. geröstete Heuschrecken, oder die Chillysoße auf der Ananas, aber frisch zubereitet ist es allemal. Es lohnt sich eigentlich nicht selber zu kochen, dazu ist das „Essen gehen“ hier viel zu billig. Für ca. 4 Euro pro Person bekommt man alle Sattmacher inkl. Getränke.

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Frischen Fisch, von den Kindern der Restaurantbesitzer am selben Tag gefangen, genauso wie die leckeren, erfrischenden Getränke im Pitcher serviert. Inge hatte des öfteren ein Rendevouz mit der Kloschüssel. Der fies versteckte Chilly im Essen ist dafür verantwortlich. Frage niemals einen Mexikaner ob das Essen „pikante“ ist. Die Antwort lautet immer „nein“ oder „nur ein bisschen“.

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Und mittlerweile glauben wir auch die Mentalität der mexikanischen Bevölkerung ein wenig zu kennen. Freundlichkeit zu Ausländern ist da selbstverständlich. Da geben wir dann auch gerne etwas zurück und ziehen das am Strand festgefahrene Auto aus dem Sand. Kein anderer wollte dies, aus Angst selber auch einzusinken, tun. Da musste dann halt der „Camion aus Alemania“ mit seinem Allrad her.

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Bei den Mexikanern spielt die Musik eine ganz große Rolle. In schicker Kleidung treten sie fast überall auf, egal ob an der Beach, auf der Plaza (Zocalo), oder im Restaurant und verdienen sich so einige Pesos dazu.

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In Tlaxcala (die Stadt der Rot- und Orangetöne) übernachten wir auf einem IMSS Platz für 2 Nächte. IMSS, das sind soziale Einrichtungen mit einem, oder mehreren Schwimmbädern und anderen Freizeiteinrichtungen, sowie Hotel und Restaurant und vielen Picknickplätzen. In der Regel sind diese riesigen Plätze für Schulklassen ausgelegt und im ganzen Land verteilt. Man kann dort aber auch für wenig Geld campieren. In Tlaxcala machen wir das selbe wie Papst Paul II vor einigen Jahren: Wir besuchen die Basilika de Nuestra Senora de Ocatlan mit ihren weißen Türmen. Im Palacio de Gobierno sind schöne Wandmalereien zu besichtigen. Anschließend schlendern wir durch die Stadt, gehen Essen, bevor uns das Taxi wieder zurück zu unserem Stellplatz bringt.

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In Puebla, bekannt für seine schönen Fliesen- Wandverkleidungen (Azulejos), besichtigen wir die älteste Bibliothek Amerikas mit über 4.500 Exemplaren. Leider ist dort fotografieren verboten. Auch hier schlendern wir durch das Städchen, gehen Essen und probieren die bekannte dunkelbraune Mole. Eine Soße… na ja besonders appetitlich sieht sie ja nicht gerade aus und sie war auch mehr nach Inges Geschmack als nach meinem. Der Besuch der Kathedrale und des Templo de Santo Domingo und dort vor allem die Rosenkranzkapelle sind was für Inge. Ich kann mittlerweile keine Kirchen mehr von Innen sehen und schaue lieber dem Treiben vor der Kirche zu.

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Auf dem Trailerpark Las Amerikas, der außerhalb von Puebla in Cholula liegt, ist nichts los. Als wir ankommen sind wir die einzigen Gäste. Genauso erleben wir es auf fast allen Campingplätzen um diese Jahreszeit. Ziemlich heruntergekommen ist dieser Platz. Der sich „nicht mehr her trauende Ami“ richtet somit auch einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden in diesem Land an. Mal funktionieren die Duschen, mal nicht. „Kalt duschen“ ist mittlerweile Standard. Ich weiß nicht einmal ob ich, zurück in Deutschland, überhaupt noch eine warme Dusche brauche. Man gewöhnt sich ziemlich schnell an das „kalte Nass“. Inge bekommt noch eine warme Dusche, als ich jedoch duschen will gibt es kein Wasser mehr. So stinke ich eben vor mich hin und beobachte den höchsten Vulkan Mexikos, den Popocatepetl (genannt Popo), den man von hier aus gut sehen kann. Im Reiseführer steht, dass man nicht auf den Vulkan kann da dieser noch aktiv ist. Wir fahren also am nächsten Tag weiter und erfahren erst hinterher, dass man den Vulkan anscheinend doch mit dem Fahrzeug befahren könne.

Auf dem Weg zum Pazifischen Ozean kommen wir nach Oaxaca. Ein schönes Städtchen mit dem interessanten Museo de las Culturas de Oaxaca, untergebracht in den historischen Räumen eines ehemaligen Klosters. Leider ist auch hier der ortsnah gelegene Trailerpark, auf dem wir zwei Nächte bleiben wollen, ziemlich heruntergekommen.

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Auf dem o.a. Trailerpark in Oaxaca treffen wir den Alleinreisenden Michael aus München mit seinem Bremach- Fahrzeug. Er ist schon seit 6,5 Jahren unterwegs und kommt vom „Süden“. Bei einem Bier am Abend erfahren wir viel von ihm über Südamerika, wir geben Tipps für Nordamerika.

Weiter geht es nach Monte Alban, einer weiteren Ausgrabungsstätte nur ca. 6 Kilometer außerhalb Oaxaca`s. Irgendwie hab ich immer noch nicht den Unterschied zwischen den Azteken, den Maja`s und den Inka`s begriffen. Vielleicht kann das mal jemand hier kommentieren.

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Nun sind wir uneins. Ich würde gerne nach Acapulco fahren und dort die bekannten Klippenspringer sehen wie sie todesmutig 25 bis 35 Meter tief in das Meer springen. Inge meint: Nur wegen den Springern 1000 Kilometer Umweg ist nicht angesagt. Ich gebe also nach, denn der Klügere gibt nach… (aber geärgert hat`s mich schon)

Puerto Escondido, unser nächstes Ziel, ist ein internationales Surferparadies. Die bis zu 12 Meter hohen Wellen, darunter der Tunnel in dem die Surfer, die Wellen über dem Kopf, durchfahren. Diese Wellen werden hier Pipeline genannt und sind „das“ Schauspiel am Ort. Der Umweg nach Escondido lohnte nicht, wir haben keinen der spektakulären Surfer beobachten können und sind deswegen weiter, zu einem anderen Surferparadies, nach Zipolite gefahren.

In Zipolite quartieren wir uns auf dem schön gelegenen Hotel- und Trailerpark „Ranchos los Mangos“ ein. Hier muss man aufpassen, dass einem die Kokusnüsse nicht auf den Kopf fallen. Zwischen Kokusnusspalmen und Mangobäumen stehen wir auf dem Hotelgelände wiederum ohne andere Reisende zu treffen und auch die Einheimischen sind sehr rar hier.

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Der Beach von Zipolite ist ein Halb Nudisten- Strand. Erstaunlicher weise sind hier nur die Mädels zwischen 18 und 29 Jahren splitternackt, alle anderen sind angezogen. (Kommentar von Inge: War auch bei den Männern so, dafür hatte Franz nur keine Augen!) Und diesmal habe ich mich durchgesetzt… wir bleiben hier 2 Tage anstatt einem Tag. Und wie toll dieser Strand ist, die Nackigen durfte ich, laut Inge, nicht filmen, seht ihr hier.

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Über die „Wespentaile“ Mexicos wechseln wir von der Pazifikküste Richtung Atlantikküste in den Staat Veracruz. Am 18.4. wackelte dann beim Frühstück der Unimog für ca. 2 Minuten. Wir haben die Ausläufer des Erdbebens der Stärke 7,2 auch noch abbekommen, obwohl der Herd des Erbebens 190 Kilometer von uns entfernt war.

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Wespentaille, das ist die engste Stelle des mexikanischen Festlandes. Wir  finden mal wieder keinen Schlafplatz und nächtigen an einer Pemex. (Es gibt nur eine staatliche Tankstellen- Organisation im ganzen Land mit einheitlichen Benzin/Dieselpreisen.) Wir staunen nicht schlecht, als am nächsten Morgen 50 Menschen, vom Säugling bis zur Oma, am Betonboden und auf Decken liegend um unseren Unimog verstreut ebenfalls diese Tankstelle als Schlafplatz ausgewählt haben. Während wir noch frühstücken werden links und rechts direkt neben uns fleißig die Zähne geputzt. Und ob die alle ihre Zähne auch richtig putzen, konnten wir vom erhöhten Frühstücksplatz genau beobachten. Diese 5 Großfamilien verlassen dann am Morgen in 4 Pritschenwagen diesen Schlafplatz mit jeweils 10 Personen auf der offenen Ladefläche, stehend, liegend und auf Plastikstühlen sitzend. Solche „Menschentransporte“ sind hier in Mexiko Standard.

In Catemaco werden wir den Karfreitag mit Wäsche waschen verbringen. Auf dem Trailerpark ist, wie schon so oft, nichts los. Catemaco selbst, an einem großen See gelegen, ist für die Mexikaner quasi der „Bodensee“ und ein beliebter Erholungsort.

Auf dem Weiterweg am Ostersonntag war es dann soweit. Wir kommen nicht mehr vorwärts und hängen in dem 300 Seelendorf Corral Nuevo fest. Die Gänge werden angezeigt, aber nicht mehr angenommen. Aus der Hinterachse ein schleifendes Geräusch, das bedeutet nichts Gutes. Kreuzgelenk ab, Triebling der Antriebswelle zwischen  Verteiler-  Getriebe und Hinterachse gebrochen, oder doch das Differenzial? Um nicht noch mehr Schaden anzurichten entscheide ich mich für einen Abschlepper, der uns „rückwärts“ in den nächst größeren, 30 Kilometer entfernten Ort schleppen soll. Stolze 400 USD Dollar soll dieser Spaß kosten.

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Nach 2 Stunden taucht der Abschlepper auf und konnte dann auch gleich unverichteter Dinge wieder verschwinden. 7 Tonnen Hinterachslast, da streikte seine Hydraulik. Er wusste ja, dass er einen Lastwagen abschleppen muss, und wenn der dann mit so einer Krücke und undichter Hydraulik hier auftaucht gibt es eben keine 400 USD, auch wenn er  zumindest die Anfahrt gerne bezahlt haben würde, blieb ich stur. Er nahm es letztendlich gelassen, genauso wie Inge in der Hängematte direkt neben dem jetzt nicht mehr fahrbereitem Fahrzeug am Straßenrand.

Eine nette Oma, die hier ihr spärliches Zuhause hat, hatte unsere Situation erkannt und extra für Inge diese Hängematte aufgespannt. Auch hat Sie uns Ihr Badezimmer fürs frischmachen angeboten und für mich wurde der Schaukelstuhl reserviert. Und dann erhielten wir noch eine Einladung zum 3 jährigen Kindergeburtstag ihrer Enkelin, bei der fast das ganze Dorf anwesend war. Wir bekamen unaufgefordert eine warme Mahlzeit, genügend zu trinken, Kaffee und Kuchen und ein Gesteck aus Süßigkeiten zum Abschluss.

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Wie ihr seht, wir nehmen das „Festsitzen“ erst mal gelassen. Wissen zwar noch nicht wie wir da wieder weg kommen, aber heute wird erst mal in der Hängematte ausgeruht und Kindergeburtstag gefeiert und morgen (manana, manana) sehen wir weiter. Wie es weiter geht, keine Ahnung, ihr werdet es im nächsten Bericht sicherlich lesen.

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4 Antworten auf Mexiko(6) mexikanischer Frühling…. und dann ging mal wieder nichts mehr

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    Wünsche Euch, dass alles gut wird.
    Rolf

  4. Wieder einmal tolle Bilder und Erlebnisse, bis auf die Hinterachse… Ich hoffe ihr kriegt das Ding bald wieder flott und geniesst die Zeit so lange in Mexiko.

    Grüsse aus Costa Rica
    Michel

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