Mexiko(9) Dschungel und Urwald, dazu Mayastätten, Brüllaffen, Flamingos, Waschbären und unzählige Leguane

2,5 Argentinier, 2 Mexikaner und 2 Deutsche essen italienische Lasagne und Spagetti und genießen chilenischen Wein

Multi-Kulti: 3,5 Argentinier, 2 Mexikaner und 2 Deutsche essen italienische Lasagne und Spagetti und genießen chilenischen Wein

In unseren letzten Großstadt- Tagen in Mexico City haben wir noch einen englischsprachigen Film im Cinema angesehen, in einem Bowling- Center die neueste Technik mit Bildüberwachung ausprobiert, mit einem argentinischen Pärchen und einer Nachbarin im Appartement von Bety und Pancho zu Abend gegessen, eine Werksbesichtigung bei der Firma Beutelspacher absolviert, einer Maschinenfabrik deren Besitzer gleichzeitig Freunde von Pancho sind und, und, und…vieles mehr, wir lieben diese Stadt mittlerweile. Danke an Bety und Pancho für diese wundervolle Zeit. Trotzdem heißt es (vorerst) Abschied nehmen, wir sollten unsere Reise ja auch irgendwann mal fortsetzen. Nach der Reparatur der Hinterachse an unserem Unimog ging es aber zuerst nochmal nach Ajusco, dem Hausberg von Mexico- City, auf 3.600 Meter Höhe. Diesmal nehmen wir neben Bety und Pancho auch Annabel mit, die Nachbarin der beiden, die mit Mode und Yoga in Mexico City ihr Geld verdient und auch mal Adventure haben will. DSC09234Dieses stadtnahe, ehemalige Naturschutzgebiet ist heute ein Eldorado für Enduro- und Offroad- Fahrer, Reiter und vielen anderen erdenklichen Freizeitgestaltungen und gleichzeitig ein riesiger Picknickplatz. Nach einer Übernachtung dort oben, direkt neben der Polizeiwache, wurden am nächsten Morgen, nach Eintreffen der anderen 3 „Gäste“, neben einem Offroad- Test auch gleich die Differenzial- Sperren des Fahrzeugs getestet. Manche übertreiben das offroaden aber ein bisschen, wie man auf dem Bild/Video sieht, kippen einfach um.. und benötigen Hilfe von anderen.

Nachdem die 3 Damen in der Kabine ziemlich durchgeschüttelt wurden hatten Pancho, diesmal als Fahrer, und ich „im Schlamm“ richtig Spaß. Auf dem Rückweg mussten wir dann noch, auf Bitten der Polizei, ein Unfall- Fahrzeug, total demoliert, aus einem Waldstück ziehen. Den gesamten Insassen ist Gott sei Dank nichts passiert, alle 4 Airbacks öffneten. Die Transaktion war gar nicht so einfach, zwischen den Bäumen hindurch musste ich das Auto „quer“ auf die nur 4 Meter breite befestigte Teerstraße heraus ziehen . Aber Good Old Aleman hat auch dies bei strömendem Regen mit Bravur gemeistert und wir wurden von allen Beteiligten, dem Unfallfahrer, anderen Helfern und der Polizei Beifall klatschend und bedankend verabschiedet. Dann hieß es auch von unseren Freunden Bety und Pancho Abschied zu nehmen, vorerst…

Über das Unesco Städchen San Christobal de las Casas, (ein schönes Städtchen wo wir besonders den handgemachten Pralinen nicht wiederstehen konnten) in dem wir aufgrund von unaufhörbaren Regenschauern 3 Tage blieben, fuhren wir in den Staat Chiapas nach Palenque. Auf der Strecke werden wir ziemlich heftig nach Geld angebettelt (typisch für diese Gegend in Chiapas), ja die Jungs schlagen sogar an die Autotüren um uns zum Stehen zu bringen. Nichts gibt`s, schafft was…

Wir fahren weiter und kommen nach Agua Azul, den ziemlich bekannten Wasserfällen mit Badespaß, aber es regnet erneut. Normalerweise ist es in Central- Amerika in der Regenzeit tagsüber schwül-heiß, mittags dann immer wieder ein kräftiger Regenschauer, aber hier scheint es nicht aufzuhören mit dem Regen. O.k. diese Regenschauer bedeuten ein abkühlen der Luft und somit eine erträglichere Hitze für die Stunden danach bei dieser hohen Luftfeuchtigkeit. Nachts ist es aber dann wieder so schwül dass man nicht schlafen kann. Aber das Schlafen geht sowieso nicht, die Brüllaffen, vor allem hier in den Mayaruinen von Palenque, lassen es sowieso nicht zu. Man sollte es nicht glauben was diese Kletterkünstler für ein Geschrei veranstalten können.

Die Ausgrabungsstätte Palenque liegt mitten im Urwald, im Dschungel. Und, besonders nachts, wimmelt es hier nur so von Tieren. Neben Fledermäusen kriechen hier ostereiergroße Käfer überall rum, total bunte Vögel, Spechte, ja sogar ein Tucan wurde gesichtet. Wir übernachten mitten auf einer Wiese in diesem Urwald und lauschen den Brüllaffen und den auch sonst total ungewohnten Geräuschen.

Das nächste Ziel wäre Chetumal, eine weitere Maya Ausgrabungsstätte. Pech gehabt, aufgrund des vielen Regens steht die Straße, 60 Kilometer vor dem Ziel, unter Wasser und wir müssen den ganzen Weg wieder zurück . Bei dieser Stichstraße biegen sich zudem die Bäume links und rechts so stark, dass uns die Einfahrt durch die Gemeinde verweigert wird. O.k. ich bin nicht ganz böse darüber und erspare mir das erneute Besichtigen dieser alten Steine, zumal weitere Ruinen auf dem Programm stehen.

schöne Holzmasken werden hier angeboten

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Also geht es weiter Richtung Uxmal, die für uns bisher schönste Ausgrabungsstätte. Auf dem Weg dorthin suchen wir vergeblich, mal wieder, einen Übernachtungsplatz. Eine Pemex Tankstelle bietet sich da meistens an… Nein, hier nicht! Als ich aussteige liegt da nicht nur die gesamte Tankstelle voller daumenlanger toter Käfer, nein die gesamte Stadt und die umliegende Gegend wurde heimgesucht und, so wie ich das erkenne, mit Vernichtungsmittel kurz vor unserer Ankunft eingesprüht und somit diese Insektenplage vernichtet. Na dann lieber weiter.

was man aus Kokusnüssen nicht alles machen kann

was man aus Kokusnüssen nicht alles machen kann

Die Abkürzungsstraße war keine besonders gute Wahl, eine „gelbe“ Straße = Nebenstraße, voller Schlaglöcher und so kommen wir in die Nacht. Auf dem Marktplatz von Dizibatchen finden wir dann endlich, spät abends, einen Schlafplatz für die Nacht. Am nächsten Tag besichtigen wir Campeche, eine andere Unesco- Stadt. Wir stehen und parken am „Malecon“ und somit seit langem mal wieder am Meer, dem Golf von Mexico. Die unerträgliche Hitze treibt uns in ein Restaurant, wir bestellen „Fresa Colada“ (Erfrischungsgetränk) und bekommen dazu, ohne etwas zum Essen bestellt zu haben, ein ausgiebiges 3- Gänge Menü einheimischer Gerichte. Na zuerst mal nichts sagen, aufessen und abwarten was auf der Rechnung steht. Nichts, das Essen wurde nicht berechnet, gehört einfach zum Service der Wirtschaft dazu.


Seit langen schlafen wir mal wieder recht ruhig, direkt neben dem Eingang zur Ausgrabungsstätte von Uxmal, nachdem wir am Abend in dieser Sehenswürdigkeit noch eine Lightshow der Mayatempel besichtigten und somit eine mystische Stimmung der Mayas einfangen konnten. Am nächsten Morgen, recht früh, ging`s dann zu den Mayastätten bei Tageslicht.

Einer Unmenge von Leguanen begegnen wir hier, nirgends wo anders haben wir diese Echsen in dieser Anzahl bisher gesehen. Es ist unbarmherzig heiß, schwül, man könnte stündlich die Kleider wechseln, bringt aber nichts, es trocknen bei dieser Schwüle weder Kleider noch Handtücher, aber da müssen wir durch. Das kostbare Gut Wasser muss gut eingeteilt werden, duschen maximal einmal täglich, ansonsten wird weiter gestunken.

 

zwei tolle Typen

zwei tolle Typen

In Merida, der Haupstadt Yucatans, müssen wir natürlich cochinita pipil, die Spanferkel- Spezialität probieren. Inge testet zudem ein weiteres Mal die mexikanische Friseurkunst in dieser Stadt, danach geht es weiter nach Chichen- Itza, der vorerst letzten Ausgrabungsstätte in Mexiko, ich will einfach keine alten Steine mehr sehen.

Inges Friseurbesuch in Merida: bei der Hitze muss der Pelz runter

Inges Friseurbesuch in Merida: bei der Hitze muss der Pelz runter

Wir übernachten recht laut vor dem herunter gekommenen Hotel Piramide Inn in Piste, der letzten Ortschaft vor dieser Sehenswürdigkeit. Die Tempel von Chichen- Itza sind, im Gegensatz zu Uxmal, nicht zu begehen. Nervig hier die vielen, vielen Touristen und die noch in höherer Anzahl anzutreffenden Souvenirhändler. In dieser Gegend gibt es unzählige Cenoten, das sind Süßwasser- Bade- Löcher, meist in Höhlen. Wir wählen die laut Reiseberichten von anderen Travellern sehr saubere Cenote Chihuan, die auf einem Privatgrundstück höhlenförmig unter einem Haus liegt. Tut wahnsinnig gut, diese Abkühlung bei diesen Temperaturen. Hier treffen wir zwei deutsche Mädels, die eine ist Reiseleiterin bei James Cook, die andere, ihre Freundin, stammt aus Dresden. Nach einer kurzen Unterhaltung entscheiden wir uns kurzfristig auch gleich hier, auf diesem Bauernhof, oder wie man dieses Cenote- Areal auch immer nennen mag, zu übernachten. Natürlich wieder zwischen Leguanen und sonstigen Tierchen. Am Abend beobachten wir  eine Glühwürmchen- Invasion,  am nächsten Morgen dann als Fortsetzung eine Schmetterlings- Invasion auf diesem Privatgelände.

FlamingoAm nächsten Tag fahren wir weiter zu einem weiteren Highlight. Rio Lagartos ist der ideale Ausgangspunkt für Besichtigungen von Flamingos. Wir buchen in diesem idyllischen Fischerdorf ein Boot und fahren in der Abenddämmerung hinaus in die Lagune, einem Mangroven- Naturreservat, in dem auch Krokodile und viele Vogelarten wie Adler, Ibitze und Fischreiher beheimatet sind. Diese rosaroten Flugvögel sind hier in reichlicher Anzahl vertreten und leben und paaren sich direkt neben dem größten Salzabbaugebiet Mexikos, (6- größte der Welt). Unter anderem wird hier auch das seltene und teure „rosa Salz“ gewonnen.

Zwischen den vielen Schnabeltieren konnten wir auch 2 Waschbären auf ihren Beutefängen im seichtem Wasser beobachten. Mit einem Sonnenuntergang über offenem Meer auf der einen Seite, auf der anderen Seite war der Vollmond bereits voll strahlend zu sehen, beenden wir diese Bootsfahrt und auch Inges Geburtstag.

DSC09824Nachdem es mittags Shrimps als Mahlzeit in dem einen der zwei Restaurants in diesem netten Dörfchen gab, beenden wir den (Geburts-) Tag mit einem weiteren Fischessen im anderen Fischlokal des Fischerdörfchens und übernachten auch gleich bei diesem Lokal vor der Eingangstüre. Ruhig war`s nicht, so zwischen Lokal und Meer, die ganze Nacht konnten wir die ankommenden Fischer mit ihren Fängen beobachten, die Außenborder schnurrten immer wieder.

Am nächsten Tag fahren wir nach Cancun, dem östlichsten Punkt von Mexiko, und von dort weiter ans karibische Meer Richtung Puerto Morelas. Karibik pur, weißer Strand, Wasser so warm wie in der Badewanne. Wir nehmen in der kleinen Anlage Acamaya Reef Cabanas und Trailer Park einen Stellplatz (max. 9 Stellplätze), 2,5 Kilometer von einer Krokodilfarm entfernt. Die Besitzer wehren sich gegen die Hotelkomplexe links und rechts mit ihren Hochhäusern, erhalten ihr kleines Eco- Paradies (nur 20 Meter breit) und leben von der Vermietung von ganz einfachen Cabinas (nur 3 Stück) und eben den 9 kleinen Stellplätzen. Ein Verkauf, alle angeboten Gelder der Hotelmultis lehnten sie bisher ab. In dieses Idyll nissten wir uns für ein paar Tage ein, genießen das Meer und auch eine Massage direkt am Strand.

Ach ja, ich muss ja noch von dem Scheiß erzählen, den ich in Mexiko- Stadt angestellt habe.

Na ja, wenn man so lange in so einer großen Stadt ist, dann trifft man auch viele Leute. Manchmal sind diese Leute reich, manchmal auch sehr, sehr reich. Barrett aus USA oder Pablo aus Mexiko sind solche Leute. Ich nenne da jetzt bewusst keine Nachnamen, aber wer es im Alter von nur 37 Jahren als „Persönlichkeit“ und „Pioneer“ ins Wikipedia geschafft hat, der hat schon ein bisschen Geld. Und reiche Leute finden Gefallen unter anderem auch an Unimogs und an Expeditionsmobilen. Und da ich meinen Unimog nicht verkaufen will muss man eben für diese Leute solche Fahrzeuge bauen.

Und dann haben Francesco, (in Mexiko wird dieser Vorname immer als Pancho bezeichnet) und Franz, (für diesen Namen gilt die Kurzform Panch), die Unipanch SA. de CV. (eine GmbH mit 50% Beteiligung Franz Rank) gegründet. Die Domain- Namen für Webseite und Facebook sind reserviert, 3 neue Unimogs in Deutschland bis aufs letzte verhandelt und eigentlich schon bestellt, zumindest reserviert. (es geht nur noch um kleinere Änderungen) Der ganze Eintragungsprozess verzögert sich, täglich neue Hürden, die Namensgebung muss notariell überprüft werden, das importieren von Fahrzeugen ist nicht ganz einfach hier und erfordert viel Papierkram.

So warte ich hier in Cancun auf den „endgültigen“ Notartermin, der sich immer wieder aufgrund komplexer fehlender Dokumente verzögert. Aber das ist ja genau die Herausforderung. Ob und wann wir den ganzen komplexen Genehmigungsprozess bekommen, um endlich das Geld anderer ausgeben zu können/dürfen, mal sehen, wir erwarten täglich die Zusagen der Behörden. Und dann wollen wir, in den Firmengebäuden von Pancho, mit den günstigen Löhnen von Mexiko, meinen Traveller- Erfahrungen und unserem Ideenreichtum, die ersten zwei Aufträge verwirklichen.           Der weitere Weg wird sich geben.

Rentner sein ist doch so doof……………………………

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Eine Antwort auf Mexiko(9) Dschungel und Urwald, dazu Mayastätten, Brüllaffen, Flamingos, Waschbären und unzählige Leguane

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