Kanada(8) Willkommen in Frankreich

Willkommen in Frankreich? Spinnen die zwei? Die sind doch gerade in Kanada, werdet Ihr sagen. Ja, wir sind in Kanada, in Winnipeg, Bundesstaat Manitoba.

In Winnipeg wird, genauso wie im Staate Quebec den wir als dritten Bundesstaat am Anfang unserer Reise besucht haben, vorwiegend französisch gesprochen. Alles, absolut alles, wird in zwei Sprachen, englisch und französisch, angegeben, die Butter, die Bankenprospekte, die Menütafel bei Mc. Donalds, sogar die Straßenverkehrsordnung wurde dafür geändert, denn hier steht auf dem Stop- Schild nicht nur „STOP“, sondern zusätzlich auch noch „ARRET“. Das „ARRET“ steht nicht einmal in Frankreich auf den Verkehrsschildern, dort heißt es wie überall auch, einfach nur „STOP“, aber hier in Kanada muss das einfach sein. Warum? das ist eine lange Geschichte, am besten mal hier nachlesen.

Diese Zweigleisigkeit mit den zusätzlichen französchischen Angaben machen auch Probleme, das ist deutlich spürbar, es sind unter der Bevölkerung durchaus Spannungen da. Von den 4 Großstädten in Kanada (außer Montreal, Toronto, Calgary und Vancouver gibt es eigentlich keine Stadt, die man als Großstadt bezeichnen kann) verliert in letzter Zeit die „möchte gern Hauptsadt“ Montreal, natürlich im französisch sprechendem Quebec, immer mehr an Bedeutung. Über 3000 Firmen mit fast 400.000 Mitarbeitern haben den Firmensitz mittlerweile von Montreal /Quebec) nach Toronto (Ontario) verlegt. Die englisch sprechenden Kanadier haben diese Vorgaben der zweiten Sprache langsam satt weil die Gelder anstatt für Zweitsprachen für sinnvollere Sachen ausgegeben werden sollten. Das diese Doppelbezeichnungen auf jedem Stück Papier, Verkehrsschild, Tankbeleg eine Menge Kosten verursacht dürfte klar sein. Das merkt man auch deutlich an den höheren Benzinpreisen im Gegensatz zu den anderen Staaten (jeder Staat haut auf den Benzinpreis noch seine Staatensteuer drauf), sondern auch an der Qualität der Straßen, die in Quebec einen enormen Reparaturstau ausweisen, das Geld für die Straßensanierung fehlt einfach. Und jetzt, so die Regierung, soll auch noch jedes Geschäft seinen Namen in einen französisch sprechenden Namen ändern? Wer ändert schon gerne seinen Firmennamen nach zig Jahren, nur weil die (französische) Regierung es so will? Streit vorprogramiert.

Auf unserem Weg von Thunderbay nach Winnipeg haben wir nicht nur unseren fünften Bundesstaat, Manitoba, erreicht, sondern auch die mittlerweile dritte Zeitzone. Wir haben hier jetzt „Central- Time“, stehen also 7 Stunden später auf und gehen eben auch sieben  Stunden später ins Bett wie Ihr in Deutschland.
Was ist sonst noch so alles passiert: Inge hat den Unimog gefahren, zum ersten Mal und auch gleich mehrere hundert Kilometer. Die Gelegenheit war gut, da wir nicht die eigentliche Route, die 17 über den Trans Canadien Highway genommen haben, sondern über die 11 und die 71 den landschaftlich reizvolleren und wenig befahrenen, dafür etwas längeren Straßenabschnitt gewählt haben. Der Weg führte durch Indianer- Reservate, deren Bewohner sich selbst „First Nation“ nennen. An vielen Seen vorbei, zwei Elche wurden gesichtet, ein gewohntes Bild, viel Wasser und noch mehr Wald und trotzdem, es ist eine interessante Gegend, wo das Wasserflugzeug ein ganz normales Verkehrsmittel ist.

Und wir haben in diesem Gebiet, bekannt für seine Elche, Schwarzbären, Biber und sonstitgen Tiere (viele knallgelbe Vögel sind hier beheimatet) einen kleinen Waldspaziergang gemacht um uns einfach mal die Beine von den langen Fahrwegen zu verteten. „Gefährliche“ Tiere haben wir auf diesem 5 km Fussweg keine gesehen. Außer zwei Rehe und einigen interessanten Vögeln keine besonderen Vorkomnisse, zumindest nicht bis wir zurück am Fahrzeug waren. Denn dort mussten wir uns erst mal von ca. 25 bis 30 Zecken befreien, soviel hatte, jeder von uns, an Kleidung und Körper und selbst in den Haaren hatten diese fast nicht wegzubekommenden Tierchen sich versteckt. Dauerte fast zwei Stunden bis wir diese Biester endlich alle (hoffentlich) entfernt hatten.

sag ich doch immer, alles ist viel größer als in Deutschland

sag ich doch immer, alles ist viel größer als in Deutschland

unübersehbar im Indianer- Reservat. Die "First Nation" Leute sind heute mehr Geschäftsleute als "Indianer"

unübersehbar im Indianer- Reservat. Die „First Nation“ Leute sind heute mehr Geschäftsleute als „Indianer“

in Kanada ein ganz normales Verkehrsmittel

in Kanada ein ganz normales Verkehrsmittel

Frauenpower

Frauenpower

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