Verschiffung von Europa in das Sultanat Oman

Da wir unseres Wissens die Ersten sind die ein Reisefahrzeug von Europa in den Oman verschiffen, haben wir hier die Eckdaten für solch eine Verschiffung zusammengestellt. Es gibt 3 Gründe warum wir den Oman nicht auf dem Landweg besucht haben:

1:) wir haben in 2019 aus familiären Gründen eine zeitliche Befristung für unsere Reisen.

2:) eine Anreise auf dem Landweg über den Iran, und nur das ist aufgrund der politischen Lage im anderen Nachbarland Jemen momentan möglich, würde ein zweimaliges Befahren des Iran erfordern. Und das ist aufgrund der Kopftuchpflicht (für die Frau) und des strikten Alkoholverbotes (für Mann und Frau) nicht gerade erstrebenswert.

3:) Um vom Iran in den Oman zu gelangen muss die „Wasserstraße von Hormus“ zwischen dem Persischen Golf und dem arabischen Meer überquert werden. Und das geschieht mit einer Autofähre (12 Std. Fahrzeit) als einzige Möglichkeit von Bandar Abbas/Iran nach Sharja/Dubai/VAE. Diese Fähre kostet ca. 1.300 € einfache Fahrt für ein Fahrzeug unserer Größe inkl. 2 Personen. Durch eine Verschiffung Europa/Oman kann man somit diese 1.300€ für die Hinfahrt sparen. Zusammen mit der Dieselersparnis und Mautgebühren für den Landweg der ca. 10.000 km langen Strecke von Deutschland in den Oman sind die Kosten der Verschiffung nahezu ausgeglichen.


wir verschifften mit der Hoegh Chiba

Ro-Ro Schiffe (Roll on -Roll off) fahren 2- bis 3- mal monatlich von Europa in den Oman.  Ankunftshafen dort ist Sohar, ca. 200 km von der Hauptstadt Muskat entfernt. Abfahrtshäfen sind i.d.R. Hamburg, Bremerhaven, Valencia (Spanien), manchmal auch von Antwerpen oder Southampton in England. Weitere Anlaufhäfen sind nach der Einfahrt in den Suez Kanal noch i.d.R. Aqaba/Jordanien, Jeddah in Saudi- Arabien und Djibouti (Dschibuti), bevor Sohar erreicht wird. Die Fahrzeit von Hamburg/Bremerhaven ist ca. 22 bis 24 Tage bis nach Sohar. Die Schiffe sind reine „PCTC“ (Pure car and truck carrier), die ausschließlich Fahrzeuge (überwiegend Neufahrzeuge) transportieren. Liniendienste für solche Ro- Ro- Verschiffungen haben Gesellschaften wie Wallenius&Wilhelmsen, Höegh Autoliners oder auch Glovis/Hyundai betreibt solche Fahrten in den Nahen Osten. Während des 3 1/2 wöchigen Transportes kann man das Schiff, in unserem Fall die „Hoegh Chiba Vehicles Carrier“ im Internet unter marinetraffic.com verfolgen. Unseres Wissens sind Direktbuchungen bei solchen Gesellschaften nicht möglich, es bedarf dafür eines zugelassenen Vermittlers.

Wer mit dem Gedanken spielt diesen Transport anders herum zu machen sollte bedenken, das in den arabischen Ländern keine Autos produziert werden, also kein Rücktransport in einer akzeptablen Zeitspanne möglich ist. I.d.R. fahren diese Schiffe dann weiter nach Japan und Korea, laden dort die Fahrzeuge aus dessen Produktion und nehmen den Weg entweder auf den amerikanischen Kontinent oder zurück nach Europa. Ein Rücktransport dauert also wesentlich länger. Wir kennen Reisende, dessen Fahrzeug bei solch einer Rückverschiffung in Südkorea ausgeladen wurde und dort 6 Monate im Hafen verweilte.


Wir wählten als Vermittler für diesen Transport die Caravan- Shipping Agentur von Claus Hansen. (https://www.caravan-shippers.com/de/) Sein „All In“ Paket hat uns überzeugt.

Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 60 bis 68 € pro qbm. (Mehrwertsteuerfrei) Der o.a. Preis versteht sich als absoluter „ALL IN“ Fest-/Endpreis ohne versteckte Kosten. ALLE verschiffungsrelevanten Positionen sind enthalten:

– Annahme & Überlagernahme am Terminal in Hamburg oder Bremerhaven(Hafenkosten)
– Erstellen „Car Condition Report“ & Zollanmeldung dort
– Verladen Seeschiff & seemässig lashen
– Seefracht Hamburg oder Bremerhaven – Sohar inkl. aller Zuschläge & Gebühren
– Ausladen Sohar
– Reisemobil Transportversicherung gegen Diebstahl, Beschädigung

Die Standardversicherung bei Totalverlust von Fahrzeugen ist 120.000 €, für das Gepäck 10.000 € bei 500 € Selbstbeteiligung. Die Transport- und Inhaltsversicherung gilt ab Anlieferung (Anlieferquittung) und endet mit Auslieferung in Sohar (Auslieferquittung), egal, wie lange das Fahrzeug im jeweiligen Hafen steht.

Wir haben das Fahrzeug für 240.000€ und Inhalt mit 50.000€ zu einem Aufpreis von 300€ versichert. Es gibt aber auch geringere Versicherungseinstufungen (30.000 €, 60.000 €, 90.000 €). Im Prinzip ist jede Prämienanpassung möglich.

Nicht enthalten sind die Kosten der Auslieferung & (Zoll-)Abwicklung im Oman. Ob der temporäre Import von jedem Fahrer selbst gemacht wird oder ein Clearing Agent dafür beauftragt wird ist Einstellungs-, Kosten- und Erfahrungssache eines jedes Einzelnen.

Toll bei Claus Hansen ist die Möglichkeit jederzeit kostenfrei umbuchen zu können
(Schiff(e) früher oder später) oder auch ohne Angabe von Gründen kostenfrei stornieren zu können, solange das Fahrzeug noch nicht im Hafengelände steht. Ebenfalls vorteilhaft ist, das erst bezahlt wird wenn das Fahrzeug auf dem Schiff ist. Erst nach der Bezahlung der Transportfracht erhält man das B/L (Bill of Lading). Dieses Original- Dokument, und nur das Originale zählt, wird bei Abholung benötigt.

Ebenfalls bietet Hansen einen kostenlosen Verbringservice (Bahnhof, Flughafen, Mietstation, Hotel) nach Abgabe des Fahrzeugs an. Wir haben bei Ihm oder seinen Mitarbeitern eine professionelle Abwicklung erlebt.

Es bietet sich an erst nach Verladung und wenn das Fahrzeug „auf dem Weg“ ist einen Flug nach Muskat/Oman zu buchen. Direktflüge bietet nur die OmanAir für ca. 550€/Person an. (wer über Lufthansa bucht zahlt 400€ mehr wird aber auf den Partner OmanAir gebucht. Lufthansa selber fliegt den Oman nicht an) Von Muskat gibt es gute Busverbindungen nach Sohar (Linie 41, 3x täglich, auch ab Airport, Fahrzeit 2,5 Std.). „One way“ Rent a Car ist im Oman leider nicht möglich.


Wir werden über die Abwicklung im Oman zeitnah berichten.

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