Alaska(4) Fairbanks, Denali- Park, Anchorage und Kenai Halbinsel in Alaska

Auf dem Rückweg von der Arktis (Deadhorse/Brudhoe Bay) nach Fairbanks haben wir uns nicht nur einen Steinschlag auf der Windschutzscheibe eingefangen, (kein Wunder nach 3.000 Kilometer Schotter musste dies ja mal passieren) sondern auch weitere Schotterstraßen unter die Räder genommen. Da unser Fahrzeug sowieso schon von „Kopf bis Fuss“ dreckig und verschlammt war, sind wir noch die 400 Kilometer Schotter Richtung Westen nach „Manley Hot Spring“ gefahren. Außer Regen war da nichts Nennenswertes zu besichtigen, also dann eben die 500 Kilometer Schotter nach Osten in den Ort „Circle“, über einen Pass mit rutschigen, schlammigen Straßen. Hier haben wir unsere ersten Karibus gesehen.

Schotter und Regen gleich Matsch. Am Dalton Highway

Schotter und Regen gleich Matsch. Am Dalton Highway

Fairbanks erreichten wir bei Sonnenschein und endlich hatten wir mal wieder eine weitestgehend schnakenfreie Nacht, denn diese Biester sind in Städten nicht so oft anzutreffen. Den nächsten Morgen nach unserem Arktis- Wochenausflug nach Norden liessen wir gemächlich angehen, danach zuerst mal 3 Stunden Auto waschen und anschließend Großeinkauf bei Fred Meyer (das ist der Aldi von Alaska), der Kühlschrank war ziemlich leer, denn auf dem Dalton Highway gab es keine Versorgung.

TÜV fällig? Wegesrand- Impressionen

TÜV fällig? Wegesrand- Impressionen

Am 22.7. klingelte das Telefon, Sigi und Bigi, mit den Zweien sind wir die ersten 2 Tage am Anfang unserer Reise zusammen gefahren, sind nach Ihrer 6- wöchigen Floßfahrt auf dem Yukon ebenfalls in Fairbanks angekommen und so wurde ein Treffpunkt vereinbart, es gab natürlich viel zu erzählen. Zudem hatten wir an diesem Tag unseren dreißigsten Hochzeitstag. So richtig Lust zum Ausgehen am Abend hatten wir aber beide nicht, also wurde dies bei McDonalds (gebührend) gefeiert.

25.000 Kilometer sind wir seit dem Start unserer Reise bereits gefahren, es wurde also Zeit die Reifen rotierend auf den Achsen in einer Reifenwerkstatt zu wechseln. Bei dieser Arbeit stellte ich dann unseren Bremsendefekt fest. Ein Werkstattbesuch war notwendig, ich konnte ja nicht die Bremsen auf dem Walmart-Parkplatz zerlegen. Einer der 4 Kolben im Bremssattel (Parkbremse) war fest und hatte somit die Bremsbeläge hinten rechts komplett verschlissen und die Bremsscheibe so stark beschädigt, dass hier Ersatzteile aus Deutschland notwendig waren. Der Kolben konnte wieder gangbar gemacht werden, für die Bremsscheibe hatte ich eine Werkstatt in Fairbanks gefunden die diese für 100 $ abdrehen kann, also musste ich die teure Fracht dieses schweren Teils nicht auch noch bezahlen und konnte mir die 200 Euro für eine neue Bremsscheibe aus Deutschland zudem sparen. Die Ersatzteile (Simmerringe, Haltestifte und Bremsbeläge) wurden Donnerstag in Deutschland bestellt, aufgrund des kommenden Wochenendes nahmen wir uns einen Leihwagen und setzten unsere Tour in den Denali Park und Anchorage mit dem PKW fort, bis die Ersatzteile eintreffen.

Nach 2 Tagen ein Anruf, die Firma kann diese Bremsscheibe jetzt doch nicht abdrehen aber es gibt eine weitere Dreherei die das nötige Equipment hat, diese will aber 420 bis 500 $  für diese Arbeit. Welch ein Schelm der Böses dabei denkt, die Ersatzteile sind schon bestellt, Beipacken ist nicht mehr möglich, also in den sauren Apfel beißen, das tut so richtig weh.

Nach der Rückkehr unserer Mietwagentour und Abholen des Fahrzeugs der nächste Schock. Außer der von mir zugesagten erhöhten Bremsscheiben- Abdreherei und ein bisschen Kleinmaterial wollte die Werkstattbesitzerin doch satte 26,6 Stunden mit jeweils 115 $ abrechnen, also einen Betrag von satten 3.708 US$. Ich wurde böse, richtig böse, ich habe gestritten. Für diese Arbeit werden in Deutschland vielleicht 2-4 Stunden veranschlagt. Ich habe, inkl. Touri -Zuschlag, mit 8 Stunden Arbeitszeit auf der Rechnung gerechnet, aber keinesfalls mit 26,6 Stunden, zumal ich den gesamten Arbeitsablauf den Mechanikern erklären musste. Die hatten noch nie einen Unimog repariert, ja selbst bebilderte Arbeitsanweisungen in englischer Sprache habe ich mir von Mercedes besorgt und den Mechanikern vorgelegt.

Die Reparatur selber machen ging nicht, ich musste für diese 10 Tage einen Werkstattplatz beanspruchen, da die Bremse komplett zerlegt werden musste. Eine Eigenreparatur oder Mithilfe und sogar der Werkstatt- Aufenthalt ist laut USA- Gesetz untersagt. Meine Anweisungen beschränkten sich deshalb während der Reparatur auf Zurufen durch das offene Werkstatt- Tor, wie die Kolben im Bremssattel des Unimogs zurück gedreht werden, wo die Behälter zum Auffüllen der Bremsflüssigkeit sind usw. usw.

Man einigte sich dann auf 16 Stunden Arbeitszeit, viel zu viel, aber ich bin jetzt schlauer und werde bei einer weiteren Reparatur, bei der ich nicht in der Werkstatt anwesend sein darf, (USA Gesetz) anders vorgehen. Zukünftig werde ich in einem Autoteile- Laden nach einem guten Schwarzarbeiter mit LKW Erfahrung fragen und zusammen  mit diesem die Reparaturen durchführen. Die von Mercedes empfohlene Reparatur- Werkstatt „Pacific Power Produks“ kann ich jedenfall nicht weiter empfehlen.

die Fahrzeugreparatur war so teuer, deshalb heißt es ab sofort: "von der Natur in den Mund"

die Fahrzeugreparatur war so teuer, deshalb heißt es ab sofort: „von der Natur in den Mund“

Und auch der Autovermieter „Enterprise“ wollte uns abzocken und glatt den doppelten Preis wie vereinbart verlangen und das, obwohl ich mir die Mietrate sogar schriftlich habe bestätigen lassen. Auf einmal sind da Zusatzversicherungen drauf, Autowaschen und all so nen Quatsch. Auch hier hat lautes Schimpfen geholfen. Der vereinbarte Preis von 275 $ die Woche und 2 Zusatztage mit je 75 $ wird jetzt von meiner Kreditkarte abgebucht und nicht die geforderten 700 USD.

vielleicht bringt der Regenbogen Glück und eine reparaturfreie Weiterfahrt

vielleicht bringt der Regenbogen Glück und eine reparaturfreie Weiterfahrt

Aber es gibt auch nette Leute in Fairbanks. So haben wir auf unserer Mietwagen- Reise ein Architektenpaar aus Fairbanks kennengelernt, die uns, sobald wir wieder in Fairbanks sind,  gleich zum Dinner in Ihr Haus eingeladen haben. Mit Danny und Lumi hatten wir einen netten Abend in Ihrem Anwesen verbracht. Ihr Haus, riesengroß mit geschätztem 6.000 qm Garten, liebevoll geschmückt, war toll. Und auch die Stadt Fairbanks hat uns gefallen, nach 10 Tagen unfreiwilligen Aufenthalts kennen wir dort jetzt fast jede Straße, jedes Museum und alle Einkaufsläden. Mit Erich und Esther aus der Schweiz und ihrem  Mercedes 1017 Expeditionsfahrzeug haben wir 2 Tage auf dem Walmart Parkplatz in Fairbanks verbracht, nachdem unser Fahrzeug wieder fahrbereit war. Und dies mit Stühlen vor den Türen bis teilweise 1 Uhr nachts. Das sehen die Walmart-Leute zwar nicht so gerne, aber wass soll`s. Die 2 haben Ihre Zelte in der Schweiz abgebrochen und reisen seit 2009 ununterbrochen. Seit Erich seinen rechten Fuss 3x gebrochen hat, das war in Guatemala, fährt Esther den Truck, mittlerweile schon über mehrere 10.000 Kilometer.

Der Denalipark war ebenfalls wunderschön und zählt zu den „must have“ einer Alaska- Reise. Diesen Park kann man mit dem eigenen Fahrzeug nicht befahren, dafür gibt es Busse der Parkverwaltung. Die Touren gehen, je nach Wunsch, 6-10 Stunden. Insofern haben wir dort unseren Unimog nicht allzu sehr vermisst. Es wird immer berichtet, dass man hier im Denali eher mehrere Grizzlys auf einmal sehen kann als den höchsten Berg  der USA, den Mount  McKinley mit seinen über 6.000 Höhemetern wolkenfrei zu Gesicht bekommt. Stimmt nicht, wir haben dort beides gesehen.

der über 6.000 Meter hohe ;"wolkenfreie" Mt. McKinley (Denali)

der über 6.000 Meter hohe ;“wolkenfreie“ Mt. McKinley (Denali)

In Anchorage haben wir unter anderem den weltweit größten Schokoladen- Wasserfall besichtigt sowie den größten Wasserflugzeug – Flughaben.

Den Denali Highway (nicht Park), wie kann es auch anders sein, ist ebenfalls eine Schotterstraße. Diese haben wir dann wieder mit unserem Unimog befahren. Es regnete ununterbrochen. Die zuvor gemachte 30 Dollar- Fahrzeugwäsche war grad für  die Katz.

die Alaska Range am Denali Highway

die Alaska Range am Denali Highway

Das zweite Alaska- Highlight, die Kenai Halbinsel mit all Ihren Gletschern und hohen Bergen, ist ebenfalls ein Besichtigungs- Muss. Hier haben wir uns wieder mit Gerhard und Liane verabredet, die wir das erste Mal in Dawson City getroffen haben. An einem Abend tauschten wir unsere bisherigen Erlebnisse aus, genauso wie mit den Franzosen Christian und Silvie die wir nahe Anchorage rein zufällig wieder dort trafen. Auf dieser Halbinsel ist dann auch der westlichste Punkt den man mit einem Fahrzeug fahren kann, erreicht. Ab Anchor Point, Breitengrad 151.54.0 West, gibt es keine Straßen mehr Richtung Westen. Anchor Point wurde so getauft, weil James Cook während seiner erfolglosen Erkundung einer Nord- West- Passage hier seinen Anker verlor. Nach Russland ist es nicht mehr weit. Nome in Alaska ist gerade mal 90 Meilen von Sibirien entfernt.

der westlichst befahrbare Punkt unserer Reise.

der westlichst befahrbare Punkt unserer Reise.

In Homer hatten wir gutes Wetter, der Spit, eine Landzunge wurde bis zum Schild „Land`s End“ abgefahren, der berühmte „Salty Dowg Saloon“ mit seinen unzählig signierten Dollar Noten an den Wänden wurde ebenfalls aufgesucht, denn früher oder später gelangt jeder auf dem Spit in dieser Kneipe, das geht gar nicht anders.

Der Spit in Homer mit seinem Panorama

Der Spit in Homer mit seinem Panorama

wo die Straße aufhört... (Homer, Spit)

wo die Straße aufhört… (Homer, Spit)

der berühmte Saloon auf dem Spit in Homer von außen...

der berühmte Saloon auf dem Spit in Homer von außen…

.... und von innen

…. und von innen

In Seward stehen wir auf dem 3 Kilometer langen Wohnmobilpark direkt am Wasser, schauen den ankommeden und abfahrenden Kreuzfahrtschiffen zu und warten auf besseres Wetter. Dort treffen wir wiederholt die Deutschen Manfred und Rita mit Ihrem Volvo Expeditionsfahrzeug. Es ergibt sich eine nette Unterhaltung bei der es vorwiegend um Immobilien geht, denn Manfred ist selbstständiger Generalunternehmer in der Immobilienbranche. Zudem ist mal wieder Waschtag angesagt, danach vielleicht noch ins bekannte Seward Seelife- Center, mal sehen. Oder zum Exit Gletscher rauffahren. Der Tag ist noch nicht durchgeplant.

Vulkan Aufnahme am Strand von Ninilchik (Kenai Halbinsel)

Vulkan Aufnahme am Strand von Ninilchik (Kenai Halbinsel)

Verkehrsregeln am Strand von Kenai

Verkehrsregeln am Strand von Kenai

PS: Wir haben festgestellt, dass einige Bilder und Videos der letzten Blogeinträge nicht übertragen worden sind. Dies haben wir, weil beschissenes Wetter, ebenfalls heute berichtigt.

 

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4 Antworten auf Alaska(4) Fairbanks, Denali- Park, Anchorage und Kenai Halbinsel in Alaska

  1. Kathi sagt:

    Hallo Ingrid! Hallo Franz!

    Zuallererst möchte ich sagen, dass das ein toller und spannender Blogbeitrag ist!

    Wir bereisen seit über 25 Jahren dieses wunderschöne Land und betreiben eine Lodge direkt am Nushagak River. Die oben beschriebene Rundreise hatten wir auch schon des öfteren gemacht. Eine wunderschöne Tour mit einer atemberaubenden Naturkulisse!
    Weniger gefallen hat mir die Abzocke mit eurem Unimog, die ihr hier beschrieben habt! Schade, dass das auch in Alaska passiert.
    Nichtsdestotrotz wünschen wir euch weiterhin viel Spaß bei euren Reisen. Vielleicht sieht man sich ja mal in Alaska bei einem kühlen Amber Beer 🙂
    Beste Grüße aus Österreich,
    Kathi

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    Sieht ja alles eindrucksvoll aus. Ihr seid zu beneiden. Das Einzige, das bei uns besser ist:
    Weitgehend schnakenfrei. Das ganze Ungeziefer ist im Osten in den Hochwassergebieten.

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