USA(1) und dann auch das noch… alle Nationalparks in den USA sind geschlossen

unsere Grenzfähre von Victoria auf Vancouver Island (Kanada) nach Port Angeles (USA) geht erst um 15 Uhr. Wir haben noch etwas Zeit und besuchen deswegen am Morgen erneut die Stadt und das Hafengelände von Victoria und dort vor allem die Fisherman`s Warf. Reiche und Alternative leben dort auf Hausbooten im Hafengelände und werden von den Turis täglich aufgesucht und mit Fragen überhäuft. Interessant in Victoria ist, (wie auch in Seattle) dass die Stadtrundfahrt- Busse hier als Amphibienfahrzeuge gebaut wurden. Also mal findet die Besichtigungstour auf den Straßen der Stadt statt, dann wieder geht der Bus einfach ins Wasser und zeigt dort die Sehenswürdigkeiten auf dem Wasser, wie auf dem ersten Bild zu sehen ist.

DSC04619 DSC04626

Und sogar mehrere Robben sind dort direkt im Wasser des Hafens zuhause und hoffen auf Essenabfälle der FastFood- Buden.

Seeloewen

Der Grenzübertritt war dann total easy, keiner wollte ins Fahrzeug schauen und die Zöllner interessierten sich eigentlich nur für den Unimog und dessen Kosten, Verbrauch usw. Die erhaltenen Infoˋs über diesen kleinen Grenzübergang stimmten also und stellten sich als absolut richtig heraus.

Unser erster Nationalpark war dann auch gleich der Olympic- Park und die Pazifik-Küste auf der westlich von Seattle gelegenen Halbinsel. Riesige Regenwälder, auf der Hoh- Road besonders interessant zu besichtigen und Surfer an der Pazifküste, vorwiegend am First und Second-Beach, wurden aufgesucht.

DSC04658 DSC04654

DSC04672 DSC04667

Mit den Deutschen Marcus und Verena (Römer on Tour), die seit 19 Monaten mit Ihrem Landy on the Road sind (Indonesien, Russland und jetzt Kanada) wurde eine kurze Unterhaltung mit Erfahrungsaustausch zwischen Ihren Surfpausen abgehalten.

Weiter geht es zum Mount St. Hellens. Wir wählen nicht den Westeinstieg zum Berg sondern befahren die schwierigere Ostanfahrt (besonders für Fahrzeuge höher 350 cm), dafür kommt man aber höher an die Bergkuppe. Bei seinem letzten Vulkanausbruch im Jahre 1980 hat er sich selber die halbe Bergkuppe weggesprengt. Die Spuren kann man auch noch nach über 30 Jahren in der Umgebung sehen. Natürlich muss man, „nach ganz oben“ also auch noch die 438 Stufen zum besten Aussichtspunkt begehen… und auch wieder runter.

Allerdings besser gefallen als der St. Hellens hat und das dritte Highlight, der Mount Rainier Nationalpark. Bei herrlichem Wetter ist die Umrundung eine Augenweite, vor allem sollte man den besten Aussichtspunkt, den „Sunrise“ nicht auslassen, auch wenn dieser nur sehr langsam, da sehr steil, zu erreichen ist.

DSC04720 DSC04725

Mit der Besichtigung von Seattle stand mal wieder eine Großstadt auf dem Programm. Nun sind wir ja nicht die Großstadtfans, aber wenn schon, dann richtig. Also los nach „Downtown“ mit dem Unimog. Seattle ist nichts für Trucks, vor allem die Ost-Westbefahrung ist fast auf allen Straßen extrem steil. Eine Abbiegung verpasst und schon geht das Chaos los.

Vancouver Monorail

Aber letztendlich haben wir auch dort einen Parkplatz direkt am Seattle- Center gefunden, der zudem auch noch als Übernachtungsplatz taugte. Für den Weg zum Hafen und zum „Pike Place Market“ nehmen wir die bekannte „Monorail“, auf die „Nadel“, einem Aussichtsturm und gleichzeitig das Wahrzeichen von Seattle, können wir von unserem Park- und Übernachtungsplatz zu Fuss gehen. Wir sind gleich zweimal auf diese „Space Needle“ hochgefahren, einmal tagsüber und einmal am Abend. Bei Dunkelheit hat man dort einen besonders schönen Ausblick auf die Stadt.

DSC04755 DSC04805

DSC04796 DSC04746

Den „Pikeplace Market“, ein weiteres Highlight von Seattle, mussten wir natürlich auch aufsuchen. Hier findet, wie am Hamburger Fischmarkt, mit viel Geschrei durch die Verkäufer, nicht nur der Fisch einen Käufer.

DSC04774 DSC04773

In Everett ist Boeing zu Hause. Eine Werksbesichtung in der größten Flugzeughalle der Welt stand als nächstes auf der Reihe. Strengstens sind dort alle elektronischen Geräte, Fotoapparate und Handys verboten und gefälligst im Auto zu lasssen sonst wird der Eintritt durch die Security verwehrt. Bemerkenswert, für wen Boeing alles Flugzeuge baut, und das mit Preisen zwischen 100 und 300 Millionen Dollar und 2-3 Jahren Wartezeit.

DSC04817 DSC04818

Der North Cascades Nationalpark war jetzt nicht so spektakulär, da haben wir schon schönere Parks gesehen. Wir treffen Ralf  und Mervi mit Ihrem MAN Expeditionsfahrzeug an einer Tankstelle. Das Doktoren Ehepaar ist bereits in Rente und hat, wie wir, auch Mexiko in 3 Monaten auf dem Programm.

Bei der Ausfahrt aus dem Cascades Nationalpark kommen wir in die typische Cowboystadt Winthrop. Einfach genial. Leider stehen keine Pferde vor dem Saloon und den sonstigen alten Gebäuden. Das Auto und die Tankstellen sind auch hier nicht mehr wegzudenken, aber diese Stadt hat trotzdem viel Charme.

DSC04829 DSC04838

Und auf dem weiteren Weg zum Yellowstone- Nationalpark wählen wir natürlich den Abstecher über Virgina City, eine weitere bekannte Cowboystadt.

Virginia

Im Yellowstone Nationalpark haben wir uns per Mail mit Manfred und Rita, die wir zum ersten Mal in Fairbanks und dann mehrmals in Alaska und Kanada getroffen haben, verabredet. Tagsüber besichtigen wir den Park getrennt und abends leeren wir nicht nur eine Flasche Rotwein auf dem Madison- Campground, abwechselnd mal in ihrem und mal in unserem Fahrzeug, gemeinsam. Die zwei sind USA Kenner und haben uns schon so viele Tipps gegeben über die wir im nachhinein froh waren. Dieser Park mit seinen vielen Tieren, vor allem Büffel ist schon bemerkenswert. Geysire und farbenfrohe blubbernde Wasserbecken sind in diesem Park wohl unübertroffen und nirgends wo anders auf der Welt in dieser Vielfalt anzutreffen.

DSC04902 DSC04876

Yellowstone1 Yellowstone2

Und dann, am 24.September, Wintereinbruch im Yellowstone. Wir machen den Mog winterfest, fahren den nächsten Tag noch weitere Sehenswürdigkeiten im Park ab, besichtigen mit Regenjacke, Handschuhen und Wintermütze die sprudelnden Geysire und blubbernden Wasserlöcher und hauen dann ab Richtung Osten zum Badlands Nationalpark und den Sehenswürdigkeiten Mount Rushmore und Grazy Horse. Eine tolle Winterlandschaft finden wir auf 2.700 Meter Höhe bei der Ausfahrt aus dem Park vor. Ziel: In einer Woche zurück in den Yellowstone in der Hoffnung auf schöneres Wetter.

DSC05054 DSC05176

Der Devilˋs Tower ist unser nächster Anfahrpunkt. Erstaunlich, was hier die Natur geschaffen hat. 224 Meter ragt dieser Berg aus dem Nichts empor. Mehrere Kletterer versuchen hier die Bezwingung, vorherige Anmeldung ist allerdings Pflicht durch die Parkverwaltung. Die Umrundung dieses Bergs gehört auch für uns zum Standardprogramm. Hunderte putziger „Präriehunde“ sind hier auf den Wiesen anzutreffen.

DSC05104 Praeriehunde

Der Badlands Nationalpark ist ein Muss. Wer in Nord- USA unterwegs ist, muss diese einmalige Landschaft besuchen. Längst ist der Schnee und die Kälte vom Yellowstone vergessen, kurze Hosen und T-Shirt sind wieder angesagt.

Badlands DSC05152

Nach der Besichtigung von Mt. Rushmore und dem noch in der Entstehung befindlichen Grazy Horse Denkmal ändern wir wieder unsere Fahrtrichtiung Richtung Westen mit dem Ziel Teton Nationalpark und ein weiteres Mal, diesmal bei hoffentlich schönerem Wetter, den Yellowstone Nationalpark zu besuchen.

Auf dem Weg dorthin windet es so dermaßen stark, dass unsere Schmutzfänger abgerissen werden. Bei der restlichen Demontage dieser Doppel- Schmutzfänger wird Inge sogar vom Wind umgerissen und sitzt auf einmal unter dem Unimog. Der starke Wind ist auch verantwortlich für den fast doppelt so hohen Dieselverbrauch. Aber auch das überstehen wir.

Mit der Einfahrt in den Teton Nationalpark, der unterhalb des Yellowstone liegt, merken wir sofort: Da stimmt was nicht. Und tatsächlich: Ab 1.10. unserem ersten geplanten  Besichtigungstag für diese Parks, sind alle Straßen in die Parks gesperrt. Die amerikanische Regierung hat alle Parks in den USA gesperrt. Shutdown, die Haushaltskrise in den USA zwingt uns total umzudenken. Eine Radioreporterin will von mir ein Interview und fragt was ich davon halte. Sie hat die richtige Antwort bekommen. Ein politischer Kindergarten. Was sich da die Demokraten und Republikaner mit Ihrem gegenseitigen Finanz-Fight erlauben ist schlicht weg nicht zu Ende gedacht. Geöffnet werden die Parks früher oder später doch wieder, allerdings sind bis dahin hunderte von Millionen Dollars schon weg. Allein 50 Millionen entgehen täglich durch fehlende Eintrittkarten und was die den Klageweg beschreitenden Chinesen, die extra Flüge und Hotels in die Parks gebucht haben als Entschädigung verlangen werden? Am 17.10.  entscheidet sich erneut die Zukunft der USA. Aber vorraussichtlich wird an diesem Tag, wie immer, vereinbart, dass es eben weiter geht und eben auch wieder neue Dollarnoten gedruckt werden und somit erneut die Verschuldung erhöht.

Teton Nationalpark, fotografiert außerhalb des Parks

Teton Nationalpark, fotografiert außerhalb des Parks

Wir werden also zuerst mal zurück nach Kanada fahren und unsere weitere Reiseplanung überlegen und vor allem den 17. Oktober abwarten. Auf der Rückfahrt nach Kanada treffen wir  im Hell`s Canyon (wir weichen jetzt auf Canyon`s und Sehenswürdigkeiten aus, die nicht das Wort „Nationalpark“ tragen und dewegen nicht gesperrt sind) erneut Holger und Vivian. Es wird eine lange Nacht bis 3 Uhr morgens bei Rotwein, Cola und Wasser.

Für das USA-Visumproblem haben wir uns sowieso für das „Aussitzen“ in Kanada entschieden, insofern sind die Parkschließungen jetzt erst mal für uns nicht ganz so schlimm. Also sind wir am 5.10. wieder zurück nach Kanada gefahren und am 10.10. werden wir versuchen ein neues 90 Tages Permit für die USA zu bekommen. Sollte uns dies nicht gelingen und wir durch die USA Immegration Offiziere zurückgewiesen werden, stehen uns die 3 weiteren Alternativen, Heimaturlaub, Island oder Galapagos- Ausflug,  ab Vancouver immer noch zur Verfügung.

So stehen wir heute erneut in Kanada in der Stadt Langley bei Hans in der Autowerkstatt  und warten auf den 10.10., lassen ein paar Kleinigkeiten reparieren und bedanken uns bei Hans.

Warum bedanken? Bei unserem letzten Werkstattbesuch bei ihm, hatte ich ihm die Bremsen- Rechnung aus Fairbanks gezeigt mit dem Hinweis, was die da oben in Alaska für Halsabschneider sind. Und was hat er dann gemacht: Er beschwerte sich über diese Rechnung in der Zentrale von Pacific Power Produkts, schimpfte über die PPP- Filiale in Fairbanks mit lauten Ton und hat doch tatsächlich erreicht, dass mein Kreditkartenkonto um 1.650 US$ erhöht wurde. Ja, die haben tatsächlich 1.650  USD zurück überwiesen. Einfach ein feiner Kerl, dieser Werkstattmeister Hans Mross.

 

meine neue Flamme

meine neue Flamme

Dieser Beitrag wurde unter Kanada, USA veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.