USA(4) von roten Steinen, weiteren Canyon`s und radioaktivem Uranium

nach Page in Arizona und seinen begeisternden Antilope-Canyon`s sind wir in den Staat Utah gefahren. Für viele,  aufgrund der großen Anzahl an Nationalparks, der wohl schönste Staat Amerikas. In Kanab ist das „BLM“, das Büro of Landmanagement zuhause und genau hier werden täglich die Permits (Eintrittskarten) für die „Wave“ verlost.

Verlost?? Ja, wer diese 10 Kilometer lange Wanderung zu der Wave machen möchte benötigt ein Permit. Maximal 20 Personen dürfen täglich zu dieser Attraktion, bekannt durch das Desktophintergrundbild von Windows 7, wandern und dieses Naturwunder ansehen. 10 Verlosungen werden über das Internet mit Wartezeiten von 4-5 Monaten vergeben, der Eintritt für weitere 10 Personen findet täglich per Lotterie vor Ort statt und gilt dann für den Folgetag (Freitags wird für Sa, So und Mo verlost). Wir haben einen Montagmorgen im November, da wird sicherlich nicht viel Interesse bestehen dachte ich mir, also machte ich mich schon um 8.00 Uhr morgens auf, denn die Lotterie beginnt immer werktags pünktlich um 8.30 Uhr. Ich war überrascht, 60 Personen wollten in die Wave, der Verlosungsraum war proppenvoll. Und wenn dann auch noch eine Gruppe mit 6 Personen (maximal zulässige Höchstzahl per Permitantrag) gewinnt, haben nur noch 4 Personen die Chance auf Einlass. Meine Idee, Ingrid und ich füllen jeder einen Permitantrag aus, womit unsere Chancen des Gewinns steigen, ging leider nicht auf. Alles geht absolut fair und ohne Tricks von statten. Begleitpersonen müssen im Vorfeld auf den Antrag, Manipulationen werden mit Komplett- Ausschluss für die nächsten 14 Tage bestraft.

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Leider haben wir nicht gewonnen. Ich will aber da rein, also war ein Tag Nichtstun angesagt und am nächsten Tag wiederholte sich das selbe Spiel. Jetzt waren noch mehr Personen anwesend und alle wollten die Wave in Natura sehen. Auch am Folgetag hatten wir kein Glück. Wir begnügten uns somit mit dem W7 Hintergrundbild auf dem Computer und der Tatsache: hier wären wir „beinahe“ gewesen.

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Somit ging es weiter in den Zion Nationalpark. Hier machen vor allen Dingen die Höhe der unterschiedlichen Felsformationen den Bekanntheitsgrad des Parks aus. Zuerst ging es durch einen mautpflichtigen, engen Tunnel, danach konnte man den Scenic Drive entlang am Vigin River mit dem eigenen Fahrzeug abfahren. Die Eigenbefahrung geht allerdings erst ab November, wenn nicht mehr soviel los ist. In den Sommermonaten ist hier die Benutzung des Shuttlebus Pflicht. Drei Wanderungen absolvierten wir im Zion.

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Anschließend waren der Red Canyon und der Brice Canyon dran. Der Weg dorthin führte über den Dixie Forest und hier stimmten wir uns auf die zukünftige kalte Jahreszeit ein.

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Im Bryce erfolgte der „Abstieg“ aber bei idealem Wanderwetter. Blauer Himmel, schneebedeckte rote Gesteinsformationen und kein kalter Wind. Die Nacht am Campground dort war allerdings kalt, das restliche „Firewood“ wurde am Lagerfeuer bei Minustemparaturen verschiert, Inge zog die Gebläseheizung des Unimogs im Fahrzeug vor und so stand ich allein am Lagerfeuer mit meinem Budweiser.

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Bryce2 Bryce_Canyon

Der Kodachrome Statepark war nur ein Halb-Tages-Abstecher auf dem Weg zur  Hole-in-the-Rock-Road im  Grand Staircase Escalante National Monoment. Trotzdem taugt dieser Park hervorragend für ein paar Tage Erholung. Wunderschön gelegen zwischen den roten Felsen und den Hoodoos, Schotterfahren ist dort auch möglich.

Wer mehr Schotter und Sand fahren will sollte die 57 Meilen lange Straße „Hole in the Rock Road“ wählen und sich vorher ein Permit zum kostenlosen Übernachten in diesem Gebiet im Visitorcenter von Escalante holen. (Diese Schotterstraße könnte man auch bis zum Lake Powell weiterfahren.)

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Im Escalante sind der Peek-a-Boo, Dry Fork und der Spooky Gulch Canyon beheimatet und sehenswert. Wir sind „abgestiegen“ und durch die teilweise extrem engen Slot-Canyon´s gewandert. Ich musste im Spooky auf halber Strecke aufgrund der Enge und meines „Feinkostgewölbes“ umdrehen, Inge konnte ein paar Meter tiefer und weiter in die Schlucht vordringen.

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Auf der Rückfahrt besuchten wir noch den sehenswerten Devils Garden mit seinen interessanten Gesteinsformationen.

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Die Burr-Trail-Road, ebenfalls im Grand Staircase Escalante NM beheimatet, ist ebenfalls interessant. Wir übernachteten absolut ruhig am Ende des Long Canyons den man auf dieser Straße durchfährt. Wohlgemerkt, wir haben November, aber immer noch bestes Wetter und tolle Abendstimmung.

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Der nächste Anlaufpunkt auf unserer Reise war der Capitol Reef National Park. Am Ende des Scenic Drives bogen wir auf die Schotterstraße in die Capitol Gorge ab. Und wieder umgaben uns Felsmassen in Hülle und Fülle.

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Es gibt noch mehrere Parks in Utah zu sehen und so steuerten wir als nächstes den Canyonlands National Park an, genaugenommen Island in the Sky, das nördliche Areal des Parks. Von mehreren Aussichtspunkten aus überblickt man eine weite zerklüftete Canyonlandschaft.

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Die gebührenpflichtige Aussichtsstraße im angrenzenden Dead Horse Point State Park haben wir auf unserem Weg ins bekannte Moab noch mit abgefahren.

Von Moab aus starteten wir dann unsere Touren in den Arches National Park. Dieses mal nicht allein sondern in Begleitung von Holger und Vivian sowie den Schweizern Trixi, Martin und Michel, die wir überraschend am Visitor Center des Parks trafen.

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Zwei Wanderungen unternahmen wir gemeinsam und feierten dies am ersten Abend in Moabs PizzaHut und am zweiten Abend im Burger King.

Globetrotter nach der Pizza Schlacht

Globetrotter nach der Pizza Schlacht

Bekanntschaft machten wir auch mit Moabs Polizei, die uns am zweiten Morgen in Moab zu verstehen gab, daß das Schulhofgelände nicht der geeignete Ort für Overnight Parking sei. Alles lief aber sehr freundlich und gelassen ab und wer kommt auch schon drauf, dass ein Parkplatz mit dem Vermerk „Recreation Area“ zum Schulgelände gehört. Recreation bedeutet Erholung, ist denn Schule Erholung?

Ohne Probleme übernachten kann man dagegen beim deutschen Kfz-Meister Christian Brunner, der seine Kfz-Erfahrungen unter anderem bei Malboro und Camel Trophy gesammelt hat. Wir lassen in seinem Kfz Betrieb,  dreizehn Kilometer südlich von Moab linker Hand an der Hwy 191 liegend (Hausnummer: 11801), unsere Bremsbeläge kontrollieren. Auf seinem Arenal sind unterschiedliche Aussteiger, vom NASA-Ingenieur bis zum Junkie anzutreffen, die in alten Schulbussen oder einfachen Wohnmobilen dort hausen. Interessant ist hier das Paar mit zwei uralten Uralgespannen, die ihr Geld mit Fotografie verdienen, oder das alte Feuerwehrauto mit Holzaufbau inkl. Bleiglasfenster. Wo man schläft ist scheißegal, Hauptsache eine polierte BMW 800 GS ist auf dem Heckträger mit dabei.

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Wir folgen einem weiteren Tip von Manfred und Rita, die sich mittlerweile schon wieder in Deutschland befinden und fahren die zwei Aussichtspunkte Needles Overlook und Anticline Overlook an. Während erster Aussichtspunkt bequem auf geteerter Straße zu erreichen ist geht es zum zweiten nur auf staubiger Schotterpiste voran. Auch hier begleiten uns, wie schon so oft auf unserer Reise, große stattliche Raben.

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Der Newspaper Rock, ein Felsen mit unzähligen alten Petroglyphen (Felsritzungen) lag auf direktem Weg zum südlichen Areal des Canyonlands NP.

Der Newspaper Rock mit unzähligen Felsritzungen

Der Newspaper Rock mit unzähligen Felsritzungen

Im sogenannten Needles District des Parks unternahmen wir nur einen kleinen Spaziergang und am Abend bekamen wir von Mutter Natur mal wieder einen genialen Sonnenuntergang serviert.

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Über das Natural Bridges National Monument ging es weiter Richtung Süden. Die geschotterte und ungesicherte Serpentinenstraße Moki Dugway weist auf nur 1,5 km einen Höhenunterschied von 500 Metern auf.

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Wir erreichten den Ort Mexican Hat erst bei Dämmerung und erkannten in der Ferne eine große graue Fläche, die wir als See einordneten und als Schlafplatz auswählten. Manchmal hat man ein ungutes Gefühl und nach genauerer Kontrolle entpuppte sich das ausgewählte Nachtlager als mit Kies zugeschüttetes Enddepot von radioaktivem Uranium mit einer Fläche größer als 10 Fußballfelder. Da ich an diesem Abend keine Lust auf eine verstrahlte Frau im Bett hatte, wechselten wir das Nachtlager und wurden am Bootseinlassplatz am San Juan River direkt in Mexican Hat fündig.

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