USA(5) weitere Nationalparks , rießige Sanddünen und der Sheriff ermahnt

Im Monument Valley sind wir die 17 Meilen lange Dirty Road (Scenic Loop) abgefahren. Für Wohnmobile ist diese löchrige, holprige, teils recht steile Sandstraße gesperrt, für 4×4 Fahrzeuge aber erlaubt. Unser Fahrzeug ist zwar ein Wohnmobil, aber auch ein 4×4, also los gehts! Der Himmel bewölkt sich immer mehr. Kaum haben wir den Loop fertig, fängt es auch schon an zu regnen. Glück gehabt, denn roter nasser Sand würde Autowaschen bedeuten und darauf hatte ich nun gar keinen Bock.

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Danach geht es weiter in den Canyon de Chelly. Der Spider Rock ist der wohl interessanteste Felsen, auf den man am Ende der südlichen Rim-Road einen Blick werfen kann. Auch sehen wir hier erstmals Ruinen frühindianischer Felsbehausungen. Die Übernachtung an diesem Abend findet auf dem Parkplatz des Burger Kings in Chinle statt, davor nehmen wir dort noch das Abendessen ein. Wir sind die einzigen Ausländer, im gesamten Burger King Gebäude sehen wir sonst nur Indianer. Am nächsten Morgen befahren wir dann die nördliche Rim-Road des Chelly- Canyon ab, kaufen von einem Navajo Indianer  2 CD`s mit Flötenmusik, die er, ganz stolz, auch schon in Paris präsentieren durfte, um anschließend weiter durch Indianergebiet zu unserem nächsten Ziel zu gelangen.

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Der Petrified Forest National Park liegt Richtung Süden und somit gar nicht auf unserer geplanten Route nach Osten (St. Louis). Wir nehmen ihn trotzdem unter die Räder und somit einen ca. 1.000 Kilometer langen Umweg in Kauf. Auf dieser Strecke passieren wir am Wegesrand einen Friedhof zu Ehren gefallener Soldaten, bestückt mit einem Meer an amerikanischen Flaggen.

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Im Petriefied Forest gibt es dann versteinerte Bäume (oder Baumstümpfe) soweit das Auge reicht. Hier begeistern uns die Badlands bei Sonnenuntergang im nördlichen Teil des Parks. Am Folgetalg unternehmen wir im südlichen Bereich des Parks kleinere Wanderungen und bewundern die bunten Exemplare, die alle mal Bäume waren und jetzt „steinhart“ sind.

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Zurück geht es über den Bundesstaat New Mexico in den nächsten Park, den Mesa Verde Nationalpark. Hier nehmen wir an einer Ranger Tour teil. Bei dieser Wanderung zum Spruce Tree Hause steigen wir mit einigen anderen Besuchern hinunter ins Tal, bewundern die Steinbehausungen der Anasazi und hören den Schilderungen der Rangerin gespannt zu. Diese früheren Wohnsiedlungen, Pueblos genannt, haben wir anschließend auch noch allein von verschiedenen Overlooks fotografiert. Hier sind vor allem der Cliff Palace und das Balcony House interessant.

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In Durango übernachten wir auf dem Walmart Parkplatz (das „No Overnight Parking“ Schild haben wir doch glatt übersehen oder wollten es nicht sehen), um am nächsten Tag den Black Canyon Gunnison Nationalpark, der mitten in den Rocky Mountains liegt, zu besuchen.

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Hier sind die dunklen, schwarzen Gesteinsformationen mit Höhen von über 600 Meter zu begutachten.  Insgesamt 5 Pässe, 3 davon mit über 3.000 Höhenmetern überwinden wir in den Rockys. Bewusst, denn wir wollen sehen, wie sich der Unimog bei Höhen von knapp 3.500 Metern verhält und ob die Heizung auch in dieser Höhe funktioniert. Während andere Reisende sich bereits in Mexico in der Sonne aalen, sind wir hier noch voll am Wintertest für Südamerika.

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Der Monarch Pass mit 3.448 Metern ist der letzte Pass in den Rockys den wir überwinden, um zum Grand Sand Dunes Nationalpark zu gelangen. Morgends hatten wir noch Schnee, mittags in den Sanddünen bin ich mit T-Shirt losgelaufen. Das laufen in diesen riesigen Sanddünen ist anstrengend, macht aber bei Sonnenschein trotzdem Spaß.

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Wir haben Sie also fast alle geschafft, die Nationalparks im Südwesten der USA. Trotz unserer anfänglichen Bedenken die Nationalparks im November zu besuchen, würden wir diese Jahreszeit wieder wählen. Kaum Touristen und tagsüber tolles Wetter (zumindest in 2013). Nachts herrschten dort zwar Minusgrade und das bis zu minus 17 Grad, aber die Vorteile überwiegen. Einige Eintritte sind in den Wintermonaten gratis, oft ist eine Selbstbefahrung auf Parkstraßen möglich, die ansonsten in den Sommermonaten verwehrt bleibt und es sind weitaus weniger Touristen als zur Hauptsaison anzutreffen.

Und wir haben unser Fahrzeug in Höhenlagen und bei Minustemparaturen getestet und festgestellt, dass dies nur bedingt wintertauglich ist. Während die Standheizung und hier vor allem das extra eingebaute Höhenkit für die Standheizung funktionierte, schwillt mir bezüglich der Wasserleitungen ein weiteres Mal der Kamm. Die Ausführung der Wasserinstallation durch den Fahrzeugbauer ist alles andere als akzeptabel. Die Abwasserleitungen sind bei diesen Temparaturen eingefroren. Das muss geändert werden, denn auf unserem Weg gen Süden herrschen, z.Bsp. in den Anden, nochmals andere Kältezonen. Also mache ich einen Termin bei Rob Pickering in La Junta/Colorado aus. Diese Werkstatt wurde mir vom Mercedes Manager für die USA, Traian Grecu empfohlen. Rob soll der perfekte Unimogschrauber sein.

Wir vereinbaren bei Rob einen Termin für den Freitag Nachmittag, mit dem Ziel benötigte Ersatzteile zu deklarieren, zu bestellen und diese in 12 Tagen, nach unserer Rückkehr aus St. Louis, einzubauen. Es wurden 6 neue Reifen bestellt und das Fahrzeug sollte für den zweiten Teil unserer Reise nach Mittel- und Südamerika prepariert werden, dazu Komplettservice und viele kleinere Fehler galt es zu beheben.

Für uns geht es nach diesem 4 stündigen Werkstattaufenthalt, bei dem auch gleich unsere Abwasserrohre aufgetaut wurden, weiter Richtung Osten nach St. Louis. Dort möchte Ingrid ihre Schulfreundin Susanne besuchen. Wir haben das verlängerte Wochenende über Thanksgiving als Besuchstermin vereinbart.

Auf dem Weg dorthin, noch in Colorado auf einer zweispurigen Landstraße, blinkt es hinter uns verdächtig rot und blau, der Sheriff wird im Rückspiegel gesichtet. O.K., anhalten, nicht aussteigen und die Hände bleiben schön brav auf dem Lenkrad, so haben wir es gelernt. Bei der Frage nach meinem Vergehen musste ich nachhaken: Wie bitte?  Zu langsam gefahren?? Nochmal: Ich bin nicht zu schnell sondern zu langsam gefahren? Ja, die Höchstgeschwindigkeit auf dieser Straße ist 65 Meilen und ich bin 55 Meilen (85 km/h) gefahren. Das ist eigentlich nicht strafbar, aber wenn hinter mir Fahrzeuge sind, die gerne 65 Meilen fahren wollen, bin ich in Colorado verpflichtet diese „Raser“ passieren zu lassen. Er übergab mir seine Visitenkarte, auf der Rückkseite gleich die Beschwerdeadresse  aufgeführt, sollte ich mich über seinen Hinweis beschweren wollen. Na ja, man lernt halt nie aus. Jetzt fahre ich einmal vorbildlich und spritsparend, schon ist es wieder nichts.

In St. Louis, besser gesagt in Chesterfield, einem Vorort von St. Louis, treffen wir nach einer 1.500 Kilomter Dreitagesfahrt dann Susanne mit Ehemann Jim, Sohn Alexander und Hund Wonder in ihrem schönen Haus. Wir verbringen 5 wunderschöne Tage dort. Thanksgiving feierten wir mit Truthahn- Essen bei Jims Eltern im Kreise einer Großfamilie mit der ganzen Verwandschaft. In den Folgetagen standen gleich mehrere  Wine- Tastings samt Abendessen in sehr guten Lokalitäten auf dem Programm. Wir haben es Bryan versprochen, sein hervorragendes Weinlokal in Chesterfield  (http://www.nakedvine.net/) in unserem Block zu erwähnen, also tun wir es hiermit auch.

Wine

Zusammen mit Katy, der Freundin von Susanne, waren dann auch  2 Abendprogramme mit Livebands reserviert. Katy ist Radioreporterin, dadurch weit über die Grenzen bekannt mit ihrer täglichen 3-stündigen Rock und Pop Radiosendung und sie war dann auch der „Türöffner“ mit „freiem Eintritt“ und Durchmarsch zum „Backstagebereich“.

Ich darf es nicht aussprechen sonst bekomm ich Unimogverbot, aber irgendwie erinnert mich das Bild unten mit den 3 Grazien Susanne, Inge und Katy an Robert Lemke

welches Schweinder`l hätten`s den gern

welches Schweinder`l hätten`s den gern

 

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